Foni SoKo7
iOS Universel / Education
Warum SoKo7 Schule?
Schule ist ein sehr komplexes System, das alle Beteiligten einbeziehen muss und deshalb oft an seine Grenzen stößt. Die grundsätzliche Unvereinbarkeit zwischen neurodivergenten Bedürfnissen und den Anforderungen des Schulsystems kann nicht durch eine App aufgelöst werden. Deshalb fokussiert sich die SoKo7 „Schule“ App auf Hilfestellung und Strategieentwicklung. Sie gibt Autist*innen und ihren Begleitpersonen ein Werkzeug an die Hand, um Schulregeln zu verstehen, Entscheidungen zu reflektieren und soziale Strategien schrittweise zu üben.
Viele Schulregeln, wie zum Beispiel „Warum darf man nicht spicken?“, haben keine universelle Begründung wie ein physikalisches Gesetz. Stattdessen existieren sie, weil sich die Gesellschaft darauf geeinigt hat, um das Zusammenleben fair und geordnet zu gestalten. Für Autist*innen ist das oft schwer nachzuvollziehen. Ein logischer Grund könnte für sie folgender sein: „Warum darf ich nicht spicken, wenn ich dadurch die richtige Antwort bekomme? Das Ziel ist doch, die Aufgabe richtig zu lösen!“ Nein. Das Ziel ist durch selbständiges Lösen der Aufgabe zur richtigen Antwort zu kommen. Schule soll Wissen und auch Fähigkeiten wie eigenständiges Denken, Vorbereitung und Ehrlichkeit vermitteln. Spicken untergräbt diese Ziele.
Wie funktioniert das Training?
In jeder Übung wird ein Alltagsbeispiel als Ausgangssituation präsentiert. Danach werden zu der Situation zwei Antwortmöglichkeiten aufgezeigt. Sobald eine Wahl getroffen wurde, erscheint die Frage „Warum hast Du Dich so entschieden?“. Dieses Hinterfragen soll zum Dialog anregen. Auch mögliche Missverständnisse können gleich geklärt werden, wenn zum Beispiel die Cartoon-Situation unterschiedlich gedeutet wird. Da Autist*innen zur Mustererkennung neigen, ist es wichtig zwischen vermeintlich richtigen Antworten und authentischen Antworten zu unterscheiden. Das regelmäßige Überdenken von Entscheidungen hilft Autist*innen, ihre Entscheidungsfähigkeiten zu verbessern. Sie lernen, verschiedene Optionen abzuwägen und die Konsequenzen ihrer Handlungen besser einzuschätzen.
Für wen ist die App gedacht?
– Sie richtet sich an Autistinnen und Autisten.
– Die App ist ausschließlich in Begleitung einer Fachkraft, eines Elternteils oder eines Coaches nutzbar.
Warum ist Begleitung wichtig?
Soziales Lernen gelingt am besten im Austausch. Die Cartoon-Beispiele sollten möglichst in den Alltag übertragen werden, um eine Generalisierung der Lernziele zu erreichen. Wenn ein Training nur im „Labor“ stattfindet, fehlt die praktische Umsetzung, um das Gelernte auch wirklich anwenden zu können. Durch die Reflexion über eigene Entscheidungen lernen Autistinnen und Autisten sich besser kennen.
Die Foni SoKo7 „Schule“ verfolgt das Langzeitziel, ein soziales Miteinander im Schulalltag zu fördern. Zur Umsetzung ist dieses in sechs Kurzlernziele unterteilt:
• Mein Bestes geben
• Sozial sein
• Regeln verstehen und annehmen
• Mit Stress und Frust umgehen
• Konflikte lösen
• Clever durch den Schulalltag
+ Pause: Autist*innen können hier kurz entspannen
Ergänzende Apps der Foni-Reihe:
Foni SoKo1 thematisiert das soziale Miteinander.
Foni SoKo2 erarbeitet den Perspektivwechsel.
Foni SoKo3 behandelt positives Sozialverhalten.
Foni SoKo4 konzentriert sich auf das eigene Stressmanagement.
Foni SoKo5 fokussiert sich auf das Thema Resilienz.
Foni SoKo6 beschäftigt sich mit der Identitätssuche.
Foni EmoNavi kann zusätzlich genutzt werden, um über Gefühle zu sprechen.
Foni Insider-Tipp:
Die eigentliche Herausforderung liegt im Umgang mit Unschärfe. Kinder mit ASS brauchen nicht primär eine Erklärung, was die Schule von ihnen verlangt. Als Autistin erlebe ich es oft, wie schwer es ist, wenn die Welt um einen herum inkonsistent wirkt. Deshalb setze ich mit den SoKo Apps nicht auf Anpassung, sondern darauf, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis zu stärken.